Bilingualer Zweig
Bilingualer Zweig des Albert-Einstein-Gymnasiums
Das Albert-Einstein-Gymnasium bietet ab dem Schuljahr 2008-2009 einen bilingualen Zweig (Englisch) an. Wir sehen in diesem Angebot einer umfangreichen Erweiterung der Sprachkompetenz einen weiteren wesentlichen Beitrag zu einer aktuellen und zukunftsorientierten Bildung unserer Schülerinnen und Schüler.
Bilinguale Züge können bereits auf eine 25-jährige Praxis zurückgreifen, sie erfreuen sich jedoch immer größer werdender Nachfrage angesichts gesellschaftlicher und internationaler Entwicklungen:
Das Zusammenwachsen eines geeinten Europas, die Globalisierung der Märkte, die Öffnung von Grenzen, nicht zuletzt durch moderne Kommunikationstechnologien, der rasante Fortschritt wissenschaftlicher Erkenntnis und die damit verbundene Verantwortung machen eine entsprechende Verständigung über nationale Grenzen hinaus unumgänglich. Schulabsolventen von heute müssen sich auch international zurechtfinden und kommunizieren können. Daher wird auf dem Arbeitsmarkt, in der Wissenschaft und in der Politik eine sichere Beherrschung des Englischen als Verkehrssprache in allen Bereichen zunehmend vorausgesetzt.
Bilingualer Unterricht bedeutet mehr Unterricht in der Fremdsprache durch zeitweilige Erhöhung der Unterrichtsstunden im Fach Englisch (Klassen 5 und 6) und fremdsprachlicher Unterricht in Sachfächern in der Sekundarstufe I und II (am AEG Biologie, Erdkunde, Geschichte). Folgendermaßen wirkt sich das Konzept der Bilingualität auf den Unterricht der Schulstufen aus:
Lehrplan und Unterrichtsorganisation
Die Schüler/-innen der Klassen 5 und 6, die in einer bilingualen Klasse sind, erhalten zusätzliche Unterrichtsstunden im Fach Englisch.
In den Klassen 7 bis 10 des bilingualen Zweiges wird der Englischunterricht im normalen Umfang weitergeführt (Kl. 7 und 8 vierstündig, Kl. 9 und 10 dreistündig). In den Klassen 7-9 werden die Sachfächer Geschichte, Erdkunde und Biologie in englischer Sprache unterrichtet, aber drei- statt zweistündig, dadurch wird der fachbezogene Fremdsprachenerwerb erleichtert.
Wie bisher können die Schüler/-innen ab Klasse 6 Latein oder Französisch als 2. Fremdsprache wählen. Der Differenzierungsbereich für 8 und 9 bleibt erhalten.
Am Ende der Klasse 9 haben die Schüler/-innen neben guten englischen Sprachkenntnissen auch das grundlegende Vokabular aus den Bereichen der Sachfächer erworben. Englische Fachliteratur oder Zeitungstexte können leichter gelesen und ausgewertet werden. Die Schüler/-innen erhalten einen ersten Qualifikationsvermerk über den Besuch des bilingualen Zweiges am Ende der Sekundarstufe I des Gymnasiums, also am Ende der Klasse 9.
In der gymnasialen Oberstufe wird die bilinguale Ausbildung in dem Fach Englisch und einem bilingualen Sachfach, z.B. Erdkunde oder Geschichte oder Biologie als Abiturfach fortgesetzt. Die Schüler/-innen erhalten auf dem Abiturzeugnis den Qualifikationsvermerk eines bilingualen Abiturs.
Die Schüler/-innen können selbstverständlich auch andere Oberstufenlaufbahnen wählen.
Bewertungsmaßstab
Der fachdidaktische Anspruch des jeweiligen fremdsprachlich unterrichteten Faches bleibt auch im bilingualen Unterricht erhalten; das bedeutet eine qualitativ mindestens gleichwertige fachliche Ausbildung wie die des nichtbilingualen Zweiges. Die Leistungsmessung orientiert sich entsprechend am Anspruch des Faches, nicht an der Sprachfertigkeit des Schülers oder der Schülerin.
Auch der vierstündige Kurs Englisch birgt keinen höheren Schwierigkeitsgrad als der nichtbilinguale. Allerdings ist das Leistungsniveau durch entsprechend umfangreicheren Unterricht in englischer Sprache und deren praktische Anwendung deutlich höher.
Voraussetzungen bei den Schülerinnen und Schülern
Die Schüler/-innen, die sich für den bilingualen Zweig entscheiden, müssen (eine ausgeprägte) Leistungsbereitschaft mitbringen; sich gut konzentrieren können und gute sprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen. Der höhere Einsatz lohnt sich durch eine größtmögliche Förderung der Sprachbegabung.
Einbindung in das Erziehungs- und Bildungskonzept des Albert-Einstein Gymnasiums
Bilingualität ist ein wichtiger Beitrag zur ganzheitlichen Bildung.
Das besondere Anliegen einer allgemeinbildenden Schule angesichts einer gesellschaftlichen Umbruchs- und Entwicklungssituation, von Pluralismus und Neuorientierung ist nicht lediglich ein Zuliefererdienst. Vielmehr geht es um die Befähigung der Schüler/-innen, sich selbst besser zurechtzufinden und einen eigenen Beitrag zu einer menschenwürdigeren Gestaltung der Welt, zu einem friedlichen Miteinander der Nationen und zu einer weltweiten Solidarität zu leisten.
Die Voraussetzung hierfür ist die Verständigung. Diese geschieht wesentlich über die Sprache:
Sie bietet eine Chance zu größerer geistiger Offenheit, zu mehr Einfühlungsvermögen in andere Denk- und Ausdrucksweisen, aber auch zum Erfassen und zur Artikulation eigener Identität und eines je eigenen Standpunktes, zu kritischer Toleranz.


