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Methodenkonzept - Mittelstufe

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Die Lehrerinnen und Lehrer des AEG sind sich einig in der Zielsetzung, ihre Schülerinnen und Schüler zu selbstbestimmten und freien Persönlichkeiten in sozialer Verantwortung zu erziehen. Aktive Teilname am politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Leben unseres Landes, Europas und der Welt erfordern waches Selbstbewusstsein, kritisches Reflektieren und die Fähigkeit, eigene Entscheidungen treffen und begründen zu können.

Neben fachlichen Inhalten spielt dabei auch die Schulung und Förderung von Lern- und Arbeitstechniken eine wichtige Rolle.

Unter Lern- und Arbeitstechniken sind Techniken, Einstellungen und Gewohnheiten zu verstehen, die der Auswahl, dem Erwerb, der Verarbeitung, der kritischen Auseinandersetzung und dem Weitergeben von Wissensstoff dienen, dem selbstständigen rationellen Arbeiten, der Zusammenarbeit und der sinnvollen Planung und Gestaltung der eigenen Zeit[1].

Die Methodenschulung beginnt am AEG in der Klasse 5 mit der konsequenten Einübung in die Techniken der geordneten Verwaltung der Lernmaterialen und der Selbsterziehung zu effizientem Lernen. Diese Techniken erfordern von den Schülerinnen und Schüler Einsicht und wachsende Erkenntnis eigener Schwächen und Stärken. (LINK: Methodenkonzept Unterstufe)

Aufbauend auf diesen Fähigkeiten sollen die Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe bei der Erarbeitung des jeweiligen Lernstoffes immer eigenständiger werden.

Im Einzelnen bedeutet dies, dass die Schülerinnen und Schüler beim Erlernen von Lern- und Arbeitstechniken gefördert werden, die ihnen ein motivierenden, angstfreien und sicheren Umgang mit dem Lernstoff ermöglichen (Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen). Zu den grundlegenden Schlüsselqualifikationen für selbständiges, eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen gehören Präsentationstechniken ebenso wie Pflichtbewusstsein, Verantwortung, Selbstwertgefühl, Eigeninitiative, Zielstrebigkeit, Planungs-, Organisations- und Teamfähigkeit.

Lernen im Sinne eines erweiterten Lernbegriffes[2] ist also mehr als fachspezifischer Kenntniserwerb. Neben fachlich-inhaltlichem Lernen basiert der erfolgreiche Lernzuwachs der Schülerinnen und Schüler auch auf methodisch-strategischem, sozial-kommunikativem und affektivem Lernen. Es lassen sich zwei grundlegende Zielsetzungen unterscheiden:

Das erste Ziel "Lernen in größtmöglicher Selbstorganisation - also die selbsttätige und selbstständige Auseinandersetzung des Schülers mit dem Lernstoff wird durch die "Methodenbrille"[3] verdeutlicht. Dieses Lernen vollzieht sich innerhalb des Schülers auf den Ebenen "Material und Werkzeug", "Ich und die anderen" und "Überlegungen zur Umsetzung (Mittel und Wege)". Damit Lernen erfolgreich verläuft werden von den Schülerinnen und Schüler verschiedenste Fähigkeiten benötigt, die den wechselseitig verlaufenden Prozess des Erarbeitens und Verarbeitens des Lernstoffes zwischen den "schülerinternen" Prozessen und der Interaktionen mit anderen (Schüler, Lehrer usw.) erleichtern.

Das zweite Ziel - der Erwerb der Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens und wissenschaftlicher Darstellung - wird so mit einem weiteren wichtigen Ziel verbunden - dem selbstbewusst agierenden und kompetent kommunizierenden Schüler. Diese Kompetenzen bilden das �Werkzeug� der Sekundarstufe II.

Auf solche Weise gewonnene Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen sind eng miteinander verknüpft, denn eine tragfähige Lernmethodik begünstigt die wirksame und motivierende Lerntätigkeit und ermöglicht durch aktives Lernen sowohl Lern- als auch Fachkompetenz. Die Verwendung aller Medien ist dabei selbstverständlich. Die Einübung in die Weitergabe des erworbenen Wissens in Vortrag und Präsentation sowie Textverarbeitung am Computer werden nach ausgesuchten Schwerpunkten der Fächer von der Klasse 5 an (Link IT-Konzept) eingeübt.

Bei dem Erwerb dieser Kompetenzen helfen den Schülern und Schülerinnen Methoden der Organisation von Lernstoff und -Zeit sowie der Reflexion und der Selbstentfaltung. Jeweils im Einzelnen sind dabei zu nennen:

· Aufbereitung von Lernstoff (Informationsbeschaffung und -weitergabe)

· Darstellung von Lernstoff (Präsentationstechniken)

· Lernzielplanung (Lernzielentwicklung und -kontrolle) 

· Sozialkompetenz (Kommunikation und Argumentation)

· Selbstwahrnehmung (Präsentation)

· Fremdwahrnehmung (Kooperation und Teamfähigkeit)


Methoden- und Wissenserwerb finden also nicht ausschließlich in einsamer Arbeit �im stillen Kämmerlein� statt. Deklaratives[4] und prozedurales[5] Wissen wird durch die Prozess- und Produktorientierung der verschiedenen Formen gemeinsamen Arbeitens und Lernens erworben und vertieft. Doch gilt es zu beachten, dass alle projektbezogenen Arbeits- und Präsentationsformen nicht Selbstzweck sind, sondern immer die Anbindungen an ein oder mehrere Fächer die Themenbezogenheit gewährleistet wird.

Die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem und eigenverantwortlichem Lernen und wissenschaftlichem Anspruch soll von der Klasse 7 bis zur Klasse 10 kontinuierlich gesteigert werden:

Das schematisierte Methodenraster gibt Aufschluss über die Reihenfolge und Anordnung der Bausteine, die als Schulprogramm verbindlich sind und die die Schwerpunkte der einzelnen Klassenstufen den Methodengruppen zuordnen. Die praxisorientierte Konkretisierung der Methoden bietet Vorschläge für unterrichtliche Umsetzungsmöglichkeiten mit Schüler- und Lehrermaterial (Methodenordner).

Die Arbeits- und Lerntechniken sind als Bausteine zu verstehen, die bewusst so allgemein gefasst sind, dass sie jederzeit und jederart die Möglichkeit bieten die fachmethodischen Schwerpunkte einbinden zu können.

Die verschiedenen Sozialformen des Unterrichts sind allgemeine Formen der Kooperation. Sie ermöglichen die Förderung der Planung von Lernzeit, Lernstoff und Selbststeuerung.

Folgende Grundprinzipien sind als Lernziele von Lehrenden und Lernenden einzufordern:

Methoden der Lernorganisation

Am AEG wird von Anfang an auf methodisch geordnetes Arbeiten hin erzogen. Die damit verbundenen Wege und Ziele können wie folgt beschrieben werden:

Ordnung und Pünktlichkeit sind keine Sekundärtugenden; sie stehen im Dienst des Lernerfolgs und der Selbsterziehung. Nur geordnete Lernmaterialien halten Freude und Motivation am Wissenserwerb aufrecht. Überschaubare Ordnungsprinzipien und Lernmethoden helfen Stress zu vermeiden und den Schulalltag eigenverantwortlich zu gestalten.

Der methodischen Schwerpunkt Aufbereitung und Darstellung von Lernstoff verknüpft auf besondere Weise das Üben der gezielten Informationsbeschaffung, -verarbeitung und auch für die Lernleistung von besonderem Wert das systematische und auf den Hörer bezogene Weitergeben der Informationen (Präsentationstechniken).


Methoden der Zeitverwaltung

Lehrer wie Schüler stehen unter dem Druck der Sachzwänge und Termine. Klassenabreiten liegen zum Teil in einem engen zeitlichen Rahmen, sodass manchmal die Häufung der Arbeiten nicht zu vermeiden ist.

Deren sinnvolle und vorausschauende Planung und Bewältigung bedarf guter Organisation. Lernstoff lässt sich besser bewältigen, wenn die Lernzeit dafür sorgfältig eingeteilt wird. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Tagesplanung, Kenntnis seiner eigenen Tagesleistungskurve sowie genaue Zielvorstellungen, Selbstvertrauen und eine gute Einschätzungsfähigkeit von dem, was man leisten kann. Die realistische Einschätzung der Lernziele und deren selbstständige Kontrolle, sowie die gelungene Umsetzung können als grundlegende Elemente der Lernstoffbewältigung angesehen werden.

Im Zusammenhang mit kulturellen Veranstaltungen im Schulzentrum ist eine sorgfältige und langfristige Planung erforderlich, damit Schülerinnen und Schüler, die sich z.B. bei Konzerten, Theateraufführungen oder Hobbykurse engagieren, keine Benachteiligungen in Kauf nehmen müssen. Die Beteiligung an Veranstaltungen dieser Art in der Schule soll in jeder Hinsicht gefördert werden.

 

Darüber hinaus soll das Schuljahr durch Zeiten der Feste und des Feierns aufgelockert und in seinem Rhythmus bestimmt werden. Gelungene Schulfeste und Sportfeste sind nicht nur eine Bereicherung des schulischen Erlebens, sondern verstärken den Zusammenhalt in der Schulgemeinschaft.

 

Methoden der Reflexion und der Selbstentfaltung

Das AEG ist bemüht, Schülern nicht nur Freiräume für sinnvolle Aktivitäten zu öffnen (LINK: Hobbykurse), sondern darüber hinaus "Sabbatinseln"[6] zu schaffen, Freiräume, in denen Schüler in ihren besonderen Fähigkeiten und Interessen gezielt gefördert und sich ihrer Stärken und Schwächen bewusst werden können. Zur Bildung gehört mehr als bloßes Fachwissen. Gerade in einem Schulzentrums ist die Förderung von sozialer Kompetenz und emotionaler Intelligenz von besonderer Wichtigkeit.

Methoden der Reflexion und der Selbstentfaltung haben Sozialkompetenz, Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zum Ziel.

Durch sukzessive Stärkung zunächst der Selbstwahrnehmung der Schülerinnen und Schüler können diese Erfahrungen für die Wahrnehmung Anderer (Fremdwahrnehmung) individuell reflektiert eingesetzt werden. Für diese Entwicklung der Persönlichkeit und für das Erlangen von Sozialkompetenz spielen Methoden, die Kooperation und Teamfähigkeit schulen, eine wichtige Rolle, wenn die Schüler zuvor und begleitend immer wieder in ihrer Kommunikations- und Argumentationsfähigkeit gefordert und gefördert werden. Individuelle und soziale Erlebnisse werden durch die gezielte Reflexion zu eigenen Lernerfahrungen und fördern so Teamfähigkeit, soziales Lernen und gegenseitige Anerkennung. So wird auch die Fähigkeit der Verarbeitung von Erlebnissen der Schülerinnen und Schüler gestärkt.

Darüber hinaus wird regelmäßig in der Klasse 7 eine Klassenfahrt mit erlebnispädagogischem Schwerpunkt angeboten, die neben dem Zusammenhalt der Klasse auch wesentlich die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit fördern soll.

 

 


Eine methodenübergreifende und verbindende Rolle spielt bei der Persönlichkeitsentwicklung auch das Bewerbungstraining für die Klassen 9/10 und das Angebot für Schülerinnen und Schüler des AEG der Klassen 9 zum Streitschlichter (LINK: Streitschlichtung) ausgebildet zu werden. Die dabei erlernten mediativen, kommunikativen und gewaltpräventiven Fähigkeiten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Reflexion des eigenen Verhaltens und der Entfaltung der Persönlichkeit, aber auch zum friedlichen Klima an der Schule.

 



[1] Nach Schräder-Naef 1990, 6ff. in: Bovet, G.; Huwendiek, V. (2000): Leitfaden Schulpraxis).

[2] Nach Klippert (2000)

[3] Nach Barden (2004)

[4] (zu verstehen als bewusst reproduzierbare Wissensbestände � �gewusst was�)

[5] (zu verstehen als formale Lernkompetenzen � �gewusst wie�)

[6] Vergl. dazu CiG 49/ 3.12.2000, S. 401